Material:
Eva Borcherding -
Theaterkonzept Puppe Hoffnung:
Ein Leben im Lager >>
Das Bühnenstück Puppe Hoffnung >>
Die Hoffnung als Puppe >>
Historie >>
Widerstand >>
Die künstlerische Konzeption >>
Video -
Videoausschnitt - 2007
13 Minuten (24MB, Flash Plugin nötig) >>
Videostills - 2005 >>
Burkhard Plemper -
Gespräch mit Fritz Bringmann >>
Michael Verhovec -
Musik Puppe Hoffnung:
Motiv >>
Marsch >>
Olaf Kistenmacher -
Die "Befreiung" des Konzentrationslagers Neuengamme >>
Eva Borcherding - Theaterkonzept Puppe Hoffnung:
Die Hoffnung als Puppe
Nichts ist fremder in einem Konzentrationslager, als ein Kinderspielzeug.
Eine Puppe ist ein Stück Privatheit... ein Etwas, das geliebt wird. Ein
Ding, das tröstet und vergessen macht, was rundherum geschieht. Mag die
Puppe auch klein sein, ihre Wirkung ist groß.
"Die Puppe ist mein Abbild, mein Doppel... sie hat Arme und Beine wie ich.
Und doch ist sie nur die Karikatur meiner selbst! Nichts kann sie tun, ohne
mich. Nicht einmal den Arm bewegen, ohne, dass ich es für sie tue.
Geschweige denn, dass sie jemals irgendwo hingegangen wäre, ohne meine Hilfe...
Aber sie hört mir zu, wie kein anderer. Und sie macht mir Mut."
Je bleierner die Aussichtslosigkeit der Lebenslage ist, desto überraschender
ist das plötzliche Auftauchen verloren geglaubter Lebensgeister - Puppe Hoffnung.
Aus der Tiefe steigt die Hoffnung auf. Sie drückt sich nach oben, ist
plötzlich da, an der Oberfläche: Der helle Schatten, der über die
verschmutze Bretterwand der Baracke huscht... Und das Leuchten, das für
einen halben Augenblick auf der zittrigen Oberfläche einer Pfütze tanzt. In
dem aller Menschlichkeit entblößten Lagerdasein, ist die Hoffnung der
einzige Begleiter der Häftlinge. Sie braucht keine Begründung für ihr
Dasein. Im Gegenteil, nicht selten ist sie völlig unangemessen, falsch am
Platz. Und doch ist sie da.
Sie macht den niedergeschlagenen, den verzweifelten Häftlingen neuen Mut.
Sie gibt ihnen die Kraft, weiter zu gehen. Einen neuen Anlauf zu nehmen und
sich nicht aufzugeben.
Ein Fünkchen Hoffnung reicht, um zu versuchen, sich durch den Tag zu retten.
Oder um etwas zu probieren, was man sonst niemals gewagt hätte... An offenen
Widerstand zu denken, oder an Flucht. Und zurück zu wollen, ins Leben.